Ohne Vorhaut? Beschnitten?

Häufig gestellte Fragen – klare Antworten

Allgemein

Die Penisvorhaut ist ein integraler Bestandteil des Penis und hat viele verschiedene Funktionen:

  • Sie schützt die Eichel.
  • Sie ist auf der Innenseite eine Schleimhaut und hält die Eichel feucht.
  • Sie hat immunologische (Krankheiten abweisende) Funktionen (Eigenschaften).
  • Auf der Innenseite befinden sich die Sinneszellen, welche die sexuell erotischen Empfindungen verursachen (auf der Eichel befinden sich keine solchen Sinneszellen).

Oftmals werden Kinder durch Ärzte schlicht achtlos und unüberlegt beschnitten, so z.B.:

«Als Assistenzarzt, also in den 1990er Jahren, erlebte ich, wie Beschneidungen bagatellisiert wurden. Damals wurde die Vorhaut im Rahmen anderer Operationen wie zum Beispiel nach einem Leistenbruch schnell „mitgemacht“. Zwei kleine Schnitte und nur Vorteile – das war damals die vorherrschende Meinung.» Prof. Dr. med. Maximilian Stehr.

Man überlegt nicht, was man da tatsächlich macht und welche Folgen dieser Eingriff für das betroffene Kind und späteren Mann hat.

Aus zahlreichen Aussagen werden die tatsächlichen Motive deutlich. Durch das Abschneiden der Penisvorhaut will man die Masturbation (Onanieren) verhindern und dem männlichen Trieb Einhalt gebieten.

Hier einige Beispiele:

  • Der bekannte jüdische Arzt und Gelehrte Maimonides (1135–1204) beschreibt die Beschneidung als Mittel die männliche Lust gerade auf das für die Fortpflanzung noch notwendige Mass zu reduzieren. Er schrieb: «Die körperliche Verletzung, die diesem Organ zugefügt wird, ist genau das, was erwünscht ist.» «Es besteht kein Zweifel, dass die Beschneidung die Kraft der sexuellen Erregung schwächt und das natürliche Vergnügen mindert.» Einige jüdische Gelehrte waren der Meinung, dass sich unbeschnittene Männer für jüdische Frauen als zu unwiderstehlich erweisen würden, und dass Männer ohne Vorhaut nicht in ständige Versuchung geführt werden sollten. «Es ist schwer für eine Frau, mit der ein unbeschnittener Mann Geschlechtsverkehr hatte, sich von ihm zu trennen», schrieb Maimonides.
  • Die sexualfeindliche Begründung für die Beschneidung wurde im 18. Jahrhundert in Europa wieder entdeckt. So empfahl der Schweizer Arzt Dr. Samuel Tissot die Beschneidung von Jungen und Mädchen als Kur für Masturbation, die er als Ursache für «jugendliche Rebellion» und Krankheiten wie Epilepsie, «Erweichung von Körper und Geist», Hysterie und Neurosen ansah.
  • Auch John Harvey Kellogg (1888) empfiehlt die Beschneidung als «ein Mittel gegen Masturbation, welches bei kleinen Jungen fast immer erfolgreich ist. Die Operation sollte von einem Arzt ohne Betäubung durchgeführt werden, weil der kurze Schmerz einen heilsamen Effekt hat, besonders wenn er mit Gedanken an Strafe in Verbindung gebracht wird.»
  • «Beschneidung fördert die Reinlichkeit, beugt Krankheiten vor, und indem sie die Überempfindlichkeit der Geschlechtsteile reduziert, mindert sie die sexuelle Reizbarkeit und korrigiert somit jede etwaige Neigung zu unanständigen Manipulationen der Genitalorgane und der folgenden Aneignung böser sexueller Gewohnheiten. (G. Frank Lydstone, Sex Hygiene for the Male (Chicago 1912), 158-9)
  • Campbell’s Urology (1970), das englischsprachige Standard-Lehrbuch der Urologie: «Eltern erkennen die Wichtigkeit von lokaler Reinlichkeit und genitaler Hygiene bei ihren Kindern bereitwillig an und sind gewöhnlich bereit Massnahmen zu ergreifen, welche die Masturbation verhindern können. Aus diesen Gründen wird gewöhnlich zur Beschneidung geraten.»
  • Dr. med. Raffael Guggenheim (2011): «Vielleicht ist es auch nicht vergebens, gerade das männliche Sexualorgan, welches «beschnitten» wird – um dem starken männlichen Trieb einen gewissen Einhalt zu gebieten.»
  • Ein Chirurg und Mohel in einem Interview (radio suisse RTS, 15.09 2012): «Die Vorhaut enthält eine extrem entwickelte Nervenstruktur, die reich an Sinnesrezeptoren ist, die beim Geschlechtsakt extrem wichtig sind und beim Mann zum Orgasmus beitragen. In der jüdischen Religion, in der Tradition, ermöglicht die Beschneidung der Vorhaut tatsächlich, den Mann vor seine Verantwortung zu stellen, jede Perversion zu verhindern…» Der Journalist fragt nach: «Ist die Beschneidung in gewisser Weise eine Garantie gegen Perversion?» Der Chirurg und Mohel antwortet: «Das ist eine Frage, die sehr schwer zu beantworten ist, weil wir nicht wirklich eine Garantie haben. Aber es ist offensichtlich, dass es ein Zeichen ist, das es ermöglicht, die Tendenzen, die sexuellen Impulse, wie Freud sagen würde, die uns angeboren sind, abzuschwächen.»

Die Beschneidung von Jungs ist ein, wenn nicht sogar das grosse Tabu unserer Gesellschaft. Man hat scheinbare Vorteile erfunden, um die Verletzung und das Unrecht, das man den Kindern antut, zu verschleiern.

Weil man die Schädigung und das Unrecht weiterhin verschleiern will, spricht man nicht von den Nachteilen.

Sexualität

Beim Sex ohne Vorhaut ergeben sich hauptsächlich zwei Probleme:

  1. Durch die Vorhaut fehlen die sexuell erotischen Empfindungen, welche durch die Sinneszellen auf der Innenseite der Vorhaut produziert würden. Es kommt daher häufig vor, dass Männer ohne Vorhaut starke Manipulationen vornehmen müssen, um einen Orgasmus zu provozieren. Dabei besteht auch eine Selbst-Verletzungsgefahr. Auch kann es zu Irritationen und Missempfindungen kommen. Es empfiehlt sich daher, nach Möglichkeit eine Gleitcreme benutzen.
  2. Auch beim Geschlechtsverkehr fehlen die Empfindungen der Vorhaut, weshalb es auch da zu Schwierigkeiten kommen kann, einen Orgasmus zu provozieren. Der Penis ist durch die fehlende Vorhaut trocken. Auch fehlen die dämpfenden Eigenschaften der Vorhaut, es entsteht beim Geschlechtsverkehr dadurch viel Reibung. Auch hier empfielt es sich daher, nach Möglichkeit eine Gleitcreme zu benutzt. Es braucht viel Offenheit im sexuellen Liebesspiel, um der fehlenden Sensibilität Rechnung zu tragen.
 

Beschnittene Männer erleben durch die fehlende Vorhaut weniger bis kaum noch sexuell erotische Empfindungen, weshalb es ihnen oft Schwierigkeiten bereitet, überhaupt zum Orgasmus zu kommen. Das heisst, Männer ohne Vorhaut können nicht länger, sie müssen länger, damit sie überhaupt zum Orgasmus kommen können. Das ist weder angenehm noch lustvoll, sondern beeinträchtigt das sexuelle Erlebnis und die sexuelle Befriedigung sehr.

Alle Funktionen der Vorhaut fehlen:

  • Die sexuell erotischen Empfindungen der Vorhaut fehlen.
  • Die Eichel ist trocken, die gleitenden Eigenschaften der Schleimhaut fehlen.
  • Die Möglichkeit sexuelle Befriedung zu erleben, ist eingeschränkt und sehr viel schwieriger.

Medizin, Gesundheit

Die Penisvorhaut ist ein integraler Bestandteil des Penis und hat viele verschiedene Funktionen:

  • Sie schützt die Eichel.
  • Sie ist auf der Innenseite eine Schleimhaut und hält die Eichel feucht.
  • Sie hat immunologische (Krankheiten abweisende) Funktionen (Eigenschaften).
  • Auf der Innenseite befinden sich die Sinneszellen, welche die sexuell erotischen Empfindungen verursachen (auf der Eichel befinden sich keine solchen Sinneszellen).

Nein, im Gegenteil:

  • Die schützende Vorhaut fehlt, weshalb Krankheitskeime sehr viel einfacher in die Harnröhre eindringen, oder sich auf der Eichel ansiedeln können.
  • Die immunologischen Eigenschaften der Vorhaut fehlen.

 

Das Argument, die Vorhaut abzuschneiden, weil es sauber sei, ist ein grässliches Argument! Denn man schneidet keine Körperteile ab, weil sie schmutzig sind – man wäscht sie. Und zudem ist der Penis auch nicht schmutzig. Solche Begründungen bringen nichts als eine ganz fürchterliche Sexualmoral zu Ausdruck.

Studien beweisen klar: Bei Kindern die Vorhaut abzuschneiden, ist nur selten wirklich notwendig. Nahezu alle Vorhautprobleme lösen sich im Laufe der Entwicklung von selber, oder können mit Salben erfolgreich behandelt werden.

Die allermeisten Beschneidungen sind aus strikt medizinischer Sicht unnötig.

Nein!

Es gibt tatsächlich Studien, welche beweisen wollen, dass das Abschneiden der Vorhaut das Infektionsrisiko für HIV reduzieren soll. Auch schon vor über hundert Jahren, wurde behauptet, das Abschneiden der Vorhaut würde vor Geschlechtskrankelten wie Syphilis, Gonorrhoe und anderen Krankheiten schützen. Für solche Behauptungen gibt es aber keine haltbaren wissenschaftlichen Belege. Es gibt im Gegenteil eher Hinweise darauf, dass Männer ohne Vorhaut häufiger von Geschlechtskrankheiten betroffen sind.

Stopp! Die Idee, gesunde Körperteile vorsorglich abzuschneiden, ist grässlich! Niemand lässt sich vorsorglich irgendwelche Körperteile abschneiden. Sowas macht man aus guten Gründen nicht.

«Beschneiden, um vor Krankheit zu schützen» ist ein Scheinargument, mit dem man vertuschen will, dass man in Tat und Wahrheit Kinder verletzt und sie irreversibel und lebenslänglich schädigt.

Ja.

Es gibt zahlreiche Männer, welche unter der Beschneidung und deren Folgen leiden. Wie sich dieses Leiden äussert, ist individuell sehr unterschiedlich.

Dass die Beschneidung von Jungs und Männer in dieser Gesellschaft landläufig immer noch als Bagatelle abgetan wird, erschwert es den Männern sehr, ihre psychischen Schwierigkeiten überhaupt mit der Beschneidung in Verbindung zu bringen und diese dann auch zu äussern. Dementsprechend fehlt auch die gesellschaftliche Anerkennung und das Verständnis für diese Schwierigkeiten und dieses Leiden.

Wir empfehlen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Austausch unter Beschneidungsbetroffenen findet man: www.beschneidungsforum.de

Sehen Sie dazu die Broschüre der Deutschen Kinder- und Jugendärzte:
Mann, oh Mann das geht unter die Gürtellinie.

Unbedingt eine Zweit-, vielleicht sogar auch eine Dritt- und Viertmeinung einholen.

Vorhautenge (Phimose) ist kein Grund für eine Beschneidung.

In den allermeisten Fällen ergeben sich Vorhautprobleme von selber oder können mit Salben behandelt werden.

Vor allem das Glied des Jungen in Ruhe lassen, nicht manipulieren und versuchen die Vorhaut zurückzuziehen und zu waschen.

Es gibt seltene Fälle, bei denen bei Kindern eine Beschneidung tatsächlich grösseren Schaden verhindern kann.

Recht

Nein.

Religion, Brauchtum, Erziehungsrecht und ähnliches stellen keine gültigen Rechtfertigungen dar, um einem Menschen und erst recht nicht einem Kind einen genitalen Körperteil abzuschneiden.

Körperteile abschneiden ist verboten.

Alle, auch Religionsgemeinschaften, müssen sich an die geltenden Gesetze und die Menschenrechte halten. 

Und so ist «Religionsfreiheit» kein gültiges Argument, denn Religionsfreiheit beinhalten niemals, dass man andere Menschen verletzen und schädigen darf. Religionsfreiheit endet an den Schranken der Gesetze.

Ja, an Kindern die Penisvorhaut abzuschneiden, ohne dass eine zwingende medizinische Not vorliegt, ist verboten.

Obwohl es verboten ist, werden die Beschneidungen aktuell strafrechtlich nicht verfolgt.

Als erstes Gericht weltweit hat das Gericht in Köln 2012 erstmals festgestellt, dass es sich bei der Beschneidung von männlichen Kindern um eine Straftat handelt.

Zum Leid der männlichen Kinder und Männer hat der Deutsche Bundestag aber nach dem Urteil ein Gesetz erlassen, durch welches die Beschneidung von Jungs in Deutschland erlaubt sein soll (§ 1631 d BGB). Das Gesetz ist jedoch verfassungswidrig und verstösst gegen die Menschenrechte.

Aktuell liegt eine Klage von Pro Kinderrechte Schweiz beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, mit welcher verlangt wird, dass die Schweiz auch die Beschneidung von männlichen Kindern strafrechtlich verfolgen muss.

Für weitere Informationen siehe auf dieser Seite die Rubrik RECHT

Es gilt das Diskriminierungsverbot, das heisst, es wird grundsätzlich nicht nach Alter und Geschlecht unterschieden.

Körperteile und erst recht genitale Körperteile abschneiden, ist demnach bei allen Menschen unabhängig vom Alter und Geschlecht verboten.

Es gibt in der Schweiz das zusätzliche Verbot der «weiblichen Genitalverstümmelung». Deswegen ist die Beschneidung von männlichen Kindern aber keineswegs legal, sondern genau so verboten.

Das abschneiden von genitalen Körperteilen ist also bei allen Kindern verboten. Zum grossen Leid der Kindern fehlt aber bei den Jungs die Strafverfolgung.

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Child to be protect from genital mutilation
Eines dieser Kinder ist ein Mädchen, eines ein Junge.

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Geschlechtsverkehr mit und ohne Vorhaut

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Die Vorhaut ist nicht bloss eine Haut

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